Weihnachten 2025

Frieden im Herzen – Frieden auf Erden

Wir wünschen uns Frieden. Wir wünschen uns ein gutes Miteinander, ein harmonisches Zusammensein. Wir wollen es gut haben, in der Familie, bei der Arbeit, in der Nachbarschaft. Und doch gelingt es häufig nicht.

Nun ist Weihnachten. Das Fest, an dem viele Menschen zusammenkommen, wo man besonders viel Wert auf ein friedliches Zusammensein legt. Doch leider klappt dies nicht immer so, wie erhofft. Es wird versucht nett und freundlich zu sein, man unterdrückt vielleicht das ein oder andere Wort und lächelt nett dem Gegenüber zu, obwohl es einem gar nicht danach zumute ist. Doch irgendwann lässt sich diese künstliche Fassade nicht mehr aufrechterhalten und es kracht. Das eine Wort gibt das andere und vorbei ist es mit der stillen Nacht.

Still war es damals auf dem Feld, wo die Hirten mit ihren Herden weilten. Doch dann kam ein Engel vom Himmel herab und erzählte den Hirten, dass in dieser Nacht der Retter der Welt geboren wurde. Viele weitere Engel kamen dazu und sie lobten Gott und sprachen vom Frieden auf Erden.

Als die Engel wieder verschwunden waren, machten sich die Hirten auf den Weg, um den erwähnten Retter zu sehen. Und sie fanden Maria und Josef in einem Stall und Jesus in einer Futterkrippe liegend, genau so, wie der Engel es ihnen gesagt hatte. 

So war es damals. Und wie geht es uns heutzutage mit dieser Geschichte? Glauben wir an Engel? An Engel, die zu uns Menschen sprechen können? Glauben wir an Gott? Glauben wir, dass es noch mehr gibt, als wir es mit unseren körperlichen Augen sehen können? Und vor allem, glauben wir an Jesus Christus, Gottes Sohn, unseren Retter? Wenn ja, dann können wir an unserem festlich geschmückten Tisch sitzenbleiben und dankbar dafür sein. Glauben wir es nicht, dann sollten wir über diese Geschichte nachdenken, um zu erkennen, dass Jesus tatsächlich existierte und auch immer noch existiert. Er ist es, der unser Retter ist, er ist es, der uns Frieden bringen will.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt, warum es dann trotzdem auf der Welt Kriege gibt und es nicht friedlich zugeht? Das liegt daran, dass wir Jesus Christus vergessen haben. Wir hängen unser Herz an irdische Dinge, doch die bringen uns keinen Frieden, sondern machen uns lediglich kurzzeitig Freude. Wirklichen Frieden kann uns nur Jesus Christus geben. Erst wenn wir „ja“ zu Jesus sagen und unser Herz für ihn öffnen, erst dann kann sein Frieden bei uns einziehen, ein Frieden, der größer und tiefer ist als der irdische Frieden. Wenn wir diesen Frieden in uns spüren, dann funktioniert auch das Miteinander, das Miteinander am Weihnachtsfest, im Alltag und auch in der Welt, denn Jesus spricht: „Meinen Frieden gebe ich euch, einen Frieden, den die Welt euch nicht geben kann.“ Daher öffnet euer Herz, damit der Friede von Jesus in euch einziehen kann und sich dieser Friede dann von Mensch zu Mensch weiterverbreitet und damit Friede auf Erden werden kann.

Diesen Frieden auf der Welt und in jedem Einzelnen wünsche ich Euch.

Frohe Weihnachten

Ilona Anderegg                    Dezember 2025

Ihr sagt, ihr seid auf dem mystischen Weg

Ihr sagt,
ihr seid auf dem mystischen Weg unterwegs,
sagt,
ihr seid deshalb Mystiker.

Ihr sagt,
ihr gebt euch Gott hin,
aber in Wirklichkeit
gebt ihr euch euren Wünschen, Träumen und Zielen hin,
nicht aber Gott.

Gott schenkt uns das,
was er will.

Dafür braucht es keine bestimmten Übungen,
keinen speziellen Weg.

Gottes Geist weht wo er will,
und das kann überall sein,
und zu jeder Zeit.

Gott ist der Geber,
wir sind die Nehmer.

Gott lässt sich nicht zwingen.

Ihr sagt,
ihr seid Mystiker,
weil ihr auf dem mystischen Weg seid,
weil ihr Literatur über Mystik
oder von Mystikern lest.

Ich aber sage euch:
Mystik ist etwas anderes
als nur üben
oder lesen.

Mystische Erlebnisse durchdringen den Menschen,
verändern ihn,
das Vertraute schwindet,
der Alltag zerbricht,
Mauern zerbrechen,
nichts ist mehr wie zuvor.

Gott schenkt,
könnt ihr das Geschenk wirklich annehmen?

Mit allen Konsequenzen?

Könnt ihr „ja“ sagen
zu allem,
was kommen wird?

Seid ihr bereit,
alles zu verlassen,
um euch ganz
Gottes Willen zu unterwerfen?

Oder geht es euch
nur um Ehre und Anerkennung
der Menschen?

Wollt ihr als Guru durch die Welt gehen
und Menschen um euch scharen?

Wollt ihr Anerkennung,
weil ihr sagen wollt,
dass ihr Gott erfahren habt?

Dann kehrt um,
denn Erfahrungen mit dem wahren Gott
führen zu Demut
und nicht dazu,
Ehre von Menschen zu erhalten.

Gott gehört alle Ehre
und niemandem sonst.

07.01.2025

Es kann nicht sein

Es kann nicht sein,
dass es nur noch um Macht, Druck, Angst etc. geht.

Wo bleibt der Mensch,
die Tiere,
die Schöpfung,
die Natur?

Macht gehört gebrochen,
es geht um Sanftmut und Liebe.

Wahrheit braucht keinen Druck.

Es geht ums Leben,
nicht ums Geld.

Es geht um Lebensqualität,
nicht um immer mehr.

Der Irrsinn gehört gestoppt.

Kehrt um!

Heute,
sonst ist es zu spät.

Man kann nicht mehr vor Angst mit den Zähnen klappern,
wenn man keine Zähne mehr hat.

Jesus macht glücklich,
zufrieden,
bringt inneren Frieden
und erfüllt unsere Sehnsucht.

Nichts heilt uns mehr
von Gier, Macht, Anerkennung etc.

Jesus ist der Weg.

Alles andere ist ein Fehlschluss.

27.09.2021

Weihnachten 2024

Weihnachten

Es ist Weihnachten. Inmitten all der düsteren Nachrichten und der Dunkelheit der Jahreszeit leuchtet uns etwas hell entgegen.

Es ist das Kind in der Krippe, umrahmt von Maria und Josef, von Ochs und Esel und anderen Tieren. Engel singen in der Höhe und der leuchtende Stern zeigt den Weisen aus dem Morgenland den Weg zum Stall, in dem sich etwas Großes ereignet hat.

Ja, wir kennen diese Szene, oft schon haben wir die Darstellung der Geburt Jesu gesehen und die Weihnachtsgeschichte gehört.

Doch was bedeutet uns persönlich Weihnachten heutzutage? Was ist aus diesem Ereignis geworden?

Die Stille Nacht, die so schön besungen wird, ist nicht mehr still, denn Menschen hetzen durch die Geschäfte auf der Suche nach Geschenken. Größer und besser als im letzten Jahr sollen sie sein, teurer als die Geschenke, die man selbst bekommen hat.

Man hetzt durch die Gegend, kauft ein, verpackt und verschnürt. Überall sieht man bunte, glitzernde Päckchen und Pakete und wer freut sich dann nicht auch, selbst ein tolles Geschenk auspacken zu dürfen?

Ja, wir wollen auspacken, hineinschauen, den Inhalt des Geschenkes sehen, spüren und erfassen.

Auch bei der Krippe sehen wir Geschenke: Gold, Weihrauch, Myrrhe, alles sehr kostbare Gaben. Doch das, was wir nicht erkennen, ist, dass es im Stall ein noch viel größeres Geschenk gibt, etwas, was man nicht kaufen kann, etwas, was man nicht verpacken muss: Es ist Jesus.

Doch bei diesem Geschenk machen wir es leider meistens anders als bei allen anderen Geschenken. Hier wagen wir uns nicht, das Geschenk „auszupacken“ und es genauer zu betrachten und den Inhalt zu verstehen.

Dabei ist Jesus das größte und kostbarste Geschenk!

Jesus ist es, der uns Licht bringt, damit es in uns und in der Welt wieder heller wird. Jesus ist es, der uns, wenn wir ihn annehmen und ihm vertrauen, einen tiefen inneren Frieden schenkt.

Jesus ist es, der uns den Weg zu unserem himmlischen Vater frei macht.

Jesus, zart, zerbrechlich und klein, unauffällig in der Krippe und doch so groß, so kostbar, so unendlich wichtig. Seine Liebe will uns alle erreichen, seine Liebe will er jedem von uns schenken. Dafür müssen wir IHM nichts bieten, nichts kaufen, sondern nur unser Herz für IHN öffnen.

Sobald Jesu Liebe und sein tiefer innerer Friede in uns eingezogen ist, dann, ja, wirklich erst dann, ist Weihnachten.

Ich wünsche euch allen frohe, friedliche und lichtdurchflutete Weihnachten und für das Jahr 2025 Hoffnung, Zuversicht und Frieden.

Möge Gott uns allen spürbar nahe sein und uns mit seiner unendlichen Liebe erfüllen.

Ilona Anderegg

Weihnachten 2024

Weihnachten 2023

Ich gehe durch die Straßen, sie sind hell erleuchtet. Überall blinkt und funkelt es. Lichterketten schmücken die Häuser, die Bäume, die Geschäfte. Ja, es ist schön, dass die Dunkelheit dieser Jahreszeit durch viele Lichter erhellt wird.

Ich gehe in einen großen Baumarkt, es gibt dort eine große Verkaufsfläche mit Weihnachtsartikeln. Auch hier sehe ich viele Lichter, glitzernde Kugeln, kleine, künstliche Landschaften, in denen Züge fahren, Kinder Schlittschuh laufen, sich alles dreht und bewegt und Schnee fällt. Es gibt kleine Figuren, Elche und Engel in verschiedenen Ausführungen. Doch etwas Entscheidendes fehlt: Jesus Christus. Wo sind die Weihnachtskrippen geblieben, wo Maria und Josef? Wo ist sichtbar, um was es an Weihnachten wirklich geht?

Ich gehe durch die Regale, laufe durch die Gänge: Nichts.

Was ist passiert? Hat man den Ursprung von Weihnachten vergessen oder will man ihn nicht mehr wissen? Nach langem Suchen finde ich eine kleine Krippe, sie steht ganz alleine und verloren inmitten von anderen Artikeln, scheinbar ein Überbleibsel der letzten Jahre. Es ist tatsächlich die einzige Weihnachtsdarstellung, die ich finde. Ich bin traurig, aber genau diese Situation ist ein gutes Abbild unseres Alltags, unseres Lebens.

Jesus wird immer mehr aus unserem Leben gedrängt. Die Welt wird immer dunkler, es geht immer mehr um Macht, Geld und Selbstverwirklichung. Das Miteinander hört auf, die Liebe erkaltet. Das Böse erhält immer mehr Kraft, Kriege nehmen zu. Doch wir können umkehren, aber Umkehr scheint ein Fremdwort zu sein.

Was nützt ein friedliches Weihnachten, wenn es auch sonst keinen Frieden gibt und wir selbst keinen inneren Frieden in uns haben? Was helfen uns Lichterketten, wenn es tief in uns dunkel bleibt? Was bringt ein künstlicher Engel, wenn wir die wahre Botschaft Gottes nicht erkennen? Was helfen uns all die bunten Kugeln, Dekorationsartikel und all die materiellen Geschenke, wenn wir das wichtigste Geschenk nicht annehmen: Jesus Christus, Gottes Sohn, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern?

Jesus ist das Geschenk, das Gott uns macht. Gott sandte uns seinen Sohn, der das wahre Licht ist, ein Licht, das anders leuchtet als all die schönen Lichterketten. Sein Licht erhellt unsere innere Dunkelheit und bringt uns wahre Erkenntnis. Gott sandte uns seinen Sohn, damit wir Frieden finden, einen tiefen inneren Frieden, einen Frieden, der sich von Mensch zu Mensch über die ganze Welt ausbreiten kann.

Jesus Christus ist das wahre Geschenk. Wenn wir ihn annehmen, uns von ihm beschenken lassen, dann werden wir spüren, dass er das ist, was wir wirklich brauchen, denn er ist die wahre Liebe, der Friedensfürst, unser Retter. Er ist es, der uns hoffen lässt, auch wenn es um uns herum wieder dunkel ist, sobald die Lichterketten wieder ausgeschaltet sind.

Daher machen wir auf unsere Herzen und lassen IHN einziehen – damit wir das wahre Weihnachten feiern können.

Ilona Anderegg                    

Friedvolle Weihnachten

Wir sollen sparen,
sollen weniger beleuchten,
doch wir benötigen Licht.

Wir sollen sparen,
weniger heizen,
doch wir brauchen Wärme.

Wir sollen friedlich sein,
weniger streiten
und doch gibt es Krieg.

Es gibt jedoch etwas,
was wir nicht reduzieren sollen:
Die Offenheit unseres Herzens.

Unser Herz soll sich öffnen,
unsere innere Türe weit aufgehen,
weit offenstehen,
für Jesus.

Jesus, dessen Geburt wir an Weihnachten feiern, ist das wahre Licht,
das Licht, das in unserem Inneren leuchtet,
das Licht, das unsere innere Dunkelheit erhellt.

Jesus schenkt uns Wärme,
eine innere Wärme,
eine Wärme, die unsere verkühlten und vereisten Herzen erwärmt.

Jesus schenkt uns seinen Frieden,
einen tiefen inneren Frieden,
einen Frieden, den uns die Welt nicht geben kann.

All das, was Jesus uns schenken will,
können wir empfangen und weitergeben,
so dass auch in unserem Nächsten
dieser tiefe innere Frieden einziehen kann
und auch ihn mit Wärme und Licht erfüllt.

Geben wir diese kostbaren Geschenke,
die wir nicht kaufen können, weiter,
teilen wir sie,
so dass es zu einem friedvolleren Miteinander führen kann
und das Licht der Erkenntnis und die Wärme des Herzens
sich über die Welt ausbreiten kann.

Schauen wir also an Weihnachten genauer hin
und entdecken wir den,
der unser Heil und Retter ist:
Jesus Christus. Amen

Ilona Anderegg                      Weihnachten 2022

Winter im Herzen

In der Welt ist es dunkel,
in der Welt ist es kalt.
Dunkel,
nicht nur weil wir uns jetzt in der dunklen Jahreszeit befinden.
Kalt,
nicht nur weil es Winter ist.

Dunkel geworden ist es,
weil die Menschen immer mehr nur noch an sich selber denken,
dunkel, weil die Menschen immer mehr in sich hineinblicken,
statt einmal genau um sich herum zu schauen.

Kalt ist es geworden in den Herzen der Menschen,
die Herzen sind erstarrt, eingefroren –
es ist Winter im Herzen geworden.

Überall scheint es dunkel und düster zu sein,
die Angst nimmt zu,
denn es wird immer mehr Angst aufgebaut.

Verzweiflung nimmt überhand,
die Menschen ziehen sich zurück,
wissen oft nicht mehr weiter.
Doch je mehr sie sich zurückziehen,
sich in sich selbst verkriechen,
desto weniger sehen sie das Licht:
Das Licht, das in die Welt kam,
um uns den Weg aus all dieser Dunkelheit
und Kälte heraus zu zeigen.

Jesus Christus ist das Licht, das in die Welt kam,
um uns zu retten,
uns Hoffnung, Liebe und Zuversicht zu bringen.

Als Jesus geboren wurde, war es Nacht,
es war dunkel,
doch ein Stern erhellte die Dunkelheit
und wies den Weisen aus dem Morgenland den Weg,
damit sie den Weg zu Jesus finden,
zu Jesus, dem Licht der Welt.

Auch wir können Jesus finden,
Jesus, der unsere Dunkelheit erhellen will,
Jesus, der seine Liebe in unser Herz einfließen lassen will
und uns damit Hoffnung, Zuversicht und Wärme gibt,
so dass alles Dunkle, Kalte und Angstvolle verwandelt werden kann,
Jesus, der alle Wahrheit ans Licht bringt,
so dass wir voller Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft sehen können.

Kehren wir um und folgen wir dem Licht,
damit es in der Welt wieder heller werden kann,
damit die Herzen wieder weich und offen werden
und der Friede Gottes tief in uns einziehen kann.
Der Friede, den die Welt selbst nicht machen kann,
der Friede, der alles Erstarrte löst und dazu führt,
dass wir uns wieder die Hände reichen werden
und alle Gräben in der Welt überwunden werden können.

Jesus ruft uns zu: „Fürchte dich nicht“, und reicht uns seine Hand,
wir müssen sie nur ergreifen.

An Weihnachten erinnern wir uns an die Geburt Jesu,
wir feiern das größte, kostbarste und wichtigste Geschenk an uns.

Gott, bitte öffne unsere Herzen,
damit Weihnachten auch in uns geschehen kann
und wir spüren, du bist uns nahe.
Amen.

Ilona Anderegg

Natividad von Raúl Berzosa
© Raúl Berzosa

Die Regenrinne

Schon vor längerer Zeit ist mir aufgefallen, dass die Regenrinne am Dach vom Nachbarhaus, das sich sehr dicht an unserem Balkon befindet, verstopft ist, so dass das Wasser nicht in den darunter befindlichen Wasserbehälter laufen kann. Schon mehrmals dachte ich mir, dass es vielleicht gut wäre, wenn ich zum Nachbarn gehen und ihn darüber informieren würde, damit er den Ablauf säubern könnte und er so wieder zu einem vollen Wasserbehälter käme. Gleichzeitig würde dann auch das manchmal zu hörende Herabtropfen des überlaufenden Wassers enden. Doch dann habe ich es vergessen oder ich habe mich gefragt, ob es richtig ist, einem anderen Menschen zu sagen, wie der Zustand seiner Regenrinne ist. Könnte er das nicht auch falsch verstehen und meinen, dass ich ihm unterstellen will, dass er sich nicht um die Sauberkeit und Ordnung seiner Regenrinne kümmert? Oder dass er meinen könnte, dass ich besser weiß, was er zu tun hätte?

Ich hatte gar nicht mehr über diese Sache nachgedacht, als ich heute auf den Balkon trat und fröhliches Gezwitscher hörte. Ich schaute mich um und sah verschiedene Vögel und dann sah ich hinüber zur Regenrinne, und was sah ich dort? Eine Blaumeise badete sich in der übervollen Regenrinne. Sie bewegte sich im Wasser, flatterte mit den Flügeln, sprang wieder hinaus aufs Dach und kurz darauf wieder hinein ins Wasser. Und während sie so badete, zwitscherte und piepste sie voller Freude vor sich hin. Als ich einmal kurz in die andere Richtung schaute und dann erneut zur Regenrinne sah, waren es auf einmal zwei Blaumeisen, die voller Begeisterung in der Regenrinne im Wasser ihre Freude hatten.

Was war das für ein schönes Erlebnis, dieser Freude zusehen und zuhören zu können. Und es zeigte mir wieder einmal, dass nicht alles, was einem auf den ersten Blick als ein Problem erscheint, tatsächlich eines ist. Es ist alles eine Sache der Betrachtung und des Blickwinkels. Es lohnt sich, den Blickwinkel eines Anderen einzunehmen, auch den eines Vogels.