Gott, Gottesdienst und Glaube

Gott, wo sind die Menschen die dich lieben,
und deine Botschaft verkünden?

Gott, wo sind die Menschen, die dich in den Mittelpunkt stellen
und nicht sich selbst?

Warum sind Gottesdienste Orte, wo die Pfarrpersonen sich selbst gerne verherrlichen, sich selbst feiern und feiern lassen?

Warum sind Gottesdienste oft nur noch Vortragsveranstaltungen?

Wo bleibt der lebendige Glauben? Wo die spürbare Begeisterung für Gott? Wo das Feuer für Jesus Christus und die Liebe zu IHM?

Ich vermisse in den Kirchen die „Frohe Botschaft“. Ich vermisse in den Kirchen die Gemeinschaft, das Einladende, das miteinander auf dem Weg sein.

Stattdessen fühle ich mich in einem Gottesdienst einsam, nicht beachtet, wie ein ungebetener Gast, um den man sich nicht kümmert, der aber doch irgendwie auffällt, weil man ihn nicht kennt, den man aber auch nicht kennenlernen möchte.

Ein Gottesdienst scheint heute irgendwie ein Art Vortrag zu sein. Es wird sachlich, distanziert und in einem pastoralen Ton gesprochen, also in einer Art und Weise, wie man es niemals miteinander tut. Es ist kein normaler Umgangston, aber auch kein feierliches Sprechen. Es ist mehr ein schwulstiger Singsang, mit einem lieblichen Unterton.

Häufig wird in Predigten darauf hingewiesen, was die Wissenschaft herausgefunden hat, was alles nicht so ist wie man meint, was man nicht so genau nehmen muss, was alles falsch verstanden wird …, statt dass man darüber spricht, was in der Bibel steht, was Jesus sagt, was uns das Wort Gottes gibt oder besser geben möchte. Das Gute, das Frohmachende, das Heilmachende verkünden, das sagen, was uns persönlich betrifft, was uns im Herzen berührt, was uns im Alltag weiterhilft.

Es wird sich im Christentum generell viel zu viel entschuldigt und das nicht nur auf der Kanzel. Da schnell noch ein Kreuz von der Wand nehmen, Kreuze an Halsketten verbieten, dort einen christlichen Begriff abändern, es könnte sich ja jemand daran „stossen“. Es könnte Menschen, die sich nicht als Christen bezeichnen stören oder sie beleidigen. Aber hallo!!! Wir Christen sollen uns stark machen für unseren Glauben und ihn nicht verleugnen.

Jesus spricht: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“ (Mt 10,32-33)

Also stehen wir zu unserem Glauben, stehen wir zu Jesus Christus. Bekennen wir, dass ER der Herr ist.

In die Kirchen gehört eine Kultur des Willkommens. Fremde sollen begrüsst werden, und sollen als Freunde wieder durch die Kirchentüre gehen.

Gemeinde hat mit Gemeinschaft zu tun. Schließlich gibt es etwas, was uns vereint und uns zu einer Gemeinschaft macht und das ist Jesus. Jesus ist unser Zentrum.

Ich möchte Gottesdienste besuchen, in denen Gott gefeiert wird. In denen ich merke, dass es um mehr geht als nur um einen theologischen Vortrag. Ich möchte Pfarrpersonen erleben, die selbst be-geist-ert sind von Gott, die also vom Geist Gottes berührt wurden, die aus Überzeugung die Frohe Botschaft weitergeben. Denen es eine Herzensangelegenheit ist, Gottes Wort weiterzugeben.

Ich möchte berührt werden, ich möchte dass die Botschaft in mein Herz dringt. Es soll tiefer gehen, als nur in meinen Kopf. Es darf nicht nur beim Darübernachdenken bleiben, ich muss es fühlen können, es muss etwas in mir bewegt werden, es muss etwas in mir auslösen, etwas in mir zum vibrieren bringen. Es muss Auswirkungen haben in meinem Alltag, in meinem Verhalten, in meinem Tun, in meinem Leben.

Meist weiss ich nach Ende des Gottesdienstes nicht mehr, was in der Predigt gesagt wurde. Oft liegt es am Tonfall oder am Thema welches nicht mit mir persönlich zu tun hat und ich es daher nicht in mein Leben integrieren kann oder die Predigt ist viel zu lang und es fehlt der „rote Faden“.

Gott, ich wünsche mir so sehr, dass die Menschen auf der Kanzel wieder entflammt sind von dir. Dass sie deine Liebe wieder spüren, dass sie merken, dass das Halten eines Gottesdienstes nicht einfach ein Job ist, sondern etwas Besonderes, etwas Kostbares, Lebensveränderndes und Wichtiges. Dass es um mehr geht, als um ein paar Worte, dass es um deine Worte und deine Botschaft geht. Deine Botschaft an uns.

Gott, ich wünsche mir, dass Kirchgemeinden einladend sind, so dass man gerne wiederkommt. Ich wünsche mir ein Miteinander, fröhliche Gesichter, erfüllte Blicke.

Gott, ich möchte dich wieder in den Gottesdiensten spüren können. Bitte entzünde unsere Herzen mit deiner Liebe und sende uns deinen Heiligen Geist. Stärke unseren Glauben, damit wir uns immer zu Jesus Christus bekennen können. Gott sei immer mit uns auf unseren Wegen. Danke für deine Liebe.

Öffne mich

Gott, öffne meine Augen,
damit ich dich sehen kann.

Gott, öffne meine Ohren,
damit ich deine Worte hören kann.

Gott, bitte mach mein Herz ganz weit,
damit ich deine unendliche Liebe aufnehmen kann.

Herr, lass mich eine leere Schale sein,
damit ich dich in deiner ganzen Pracht aufnehmen kann
und nicht ein einziger Tropfen von deiner Herrlichkeit verloren geht.
Amen.

 

(Aus meinem Buch: „Entflammt bin ich durch Gottes Liebe. Wie mystische Erlebnisse mein Leben veränderten“
ISBN: 978-3-95645-125-6)