Zweifeln

Zweifeln

Keine Zweifel vorhanden,
oder doch?

Warum können wir Luft einatmen,
obwohl wir doch keine Luft sehen?
Woher wollen wir wissen,
dass es Luft gibt?

Warum sprechen wir über ein Vakuum,
obwohl wir es nicht anfassen
oder vermessen können?

Warum sind Gedanken vorhanden,
obwohl sie nicht greifbar sind?

Wo sind die Erinnerungen hin,
wenn wir uns an etwas nicht besinnen können?

Wieviel Zuneigung braucht es,
um von Liebe zu sprechen?

Wann ist Liebe keine Liebe
und gibt es sie überhaupt,
wenn sie wissenschaftlich nicht greifbar ist?

Über all die oben genannten Dinge
machen wir uns wenig Gedanken
und zweifeln daran überhaupt nicht.

Wenn wir also daran glauben,
dass es Luft,
Vakuum,
Erinnerungen
und Liebe gibt,
warum zweifeln wir dann daran,
dass es Gott gibt?

Ilona Anderegg

Aus meinem Buch: 
„Höher sehen. Weisheiten und Betrachtungen“ 
ISBN 978-3741895746

Du bist alles

Reden,
sich mitteilen,
die Liebe teilen.

Auf Jesus verweisen,
Gott verkünden.

Ich möchte über dich reden, Herr,
erzählen, wie du bist.

So stark,
so überwältigend,
so verwirrend,
das Leben zerrüttelnd.

Aber zugleich so toll,
so unbeschreiblich,
mit nichts zu vergleichen.

So erfüllend,
umhüllend,
so alles in allem,
nicht mit Worten auszudrücken.

Du bist alles.
Ohne dich ist nichts.

Du bist wie der Atem,
ohne den ich nicht leben kann.

Du bist wie das Herz,
das be-lebt.

Du bist wie ein Reiz,
der sich durch den gesamten Körper fortsetzt
und jede Zelle erreicht.

Du bist wie die Haut,
die mich umhüllt.

Du bist Windhauch
und zugleich Orkan.

Du bist ein Wassertropfen
und zugleich ein Meer.

Du bist mal Glut,
mal loderndes Feuer.

Du brennst,
verbrennst aber nicht.

Du bist wie meine Knochen,
stützend und Halt gebend.

Du bist mein Ohr,
meine Augen,
mein Mund.

Du bist ich
und ich bin du.

Einer geht nicht ohne den anderen.

Wir sind eins.

Ilona Anderegg

Aus meinem Buch:
„Nur du kannst unsere Sehnsucht stillen. Geistliche Texte“
ISBN 978-3746707723

Weihnachten

Nicht das Laute ist das, was wirkt,
nicht das Starke ist entscheidend,
auch nicht das Geld, der Ruhm und die Anerkennung.

Das Leise ist es, was berührt,
das Schwache ist uns nah.

Das, was am Anfang unscheinbar scheint,
das, was wir nicht beachten oder wo wir darüber hinwegsehen, ist es,
was wirklich groß ist.

Das Kleine wird groß,
das Schwache wird stark,
das Einfache zu etwas Besonderem.
Die Dunkelheit wird erhellt,
die Nacht erleuchtet.

Die einfachen Menschen erkannten die Zeichen,
die Weisen machten sich auf den Weg,
auf den Weg zu dem einfachen Ort,
an dem Großes geschah.

Ein Ereignis, das die Welt verändern sollte.
Ein Geschehen, was die Menschen berühren und erfüllen sollte,
was den Menschen Frieden und Freude bringt.
Ein Licht in der Dunkelheit
und Liebe, die immer und ewig währt.
Damals und heute noch.

Das alles und so viel mehr,
durch Jesu Geburt.

Ilona Anderegg, Weihnachten 2017

 

Feuer, Frieden, Licht

Es kann noch so kalt sein,
Gott wird dich innerlich erwärmen.

Es kann noch so stürmisch sein,
Gott wird dir tiefen Frieden geben.

Es kann noch so dunkel sein,
Gott gibt dir ein inneres Licht,
so dass dich kein Weg ins Düstere führt,
du nicht wanken musst und nicht erkalten.

Gott ist dein Feuer, dein Frieden und dein Licht.

Bleib bei Gott und er bleibt bei dir.
Geh zu Gott und er geht mit dir.
Verweise auf Gott und dein Weg wird nie mehr einsam sein,
denn dann werden auch andere Menschen mit Gott und dir unterwegs sein.

Gib ab vom Feuer, von der inneren Ruhe und vom Licht, das du von Gott erhalten hast und immer wieder erhältst. So kannst du es vermehren.

Sei selbst Feuer, Frieden und Licht.

Sei immer mehr Gott, nicht Gott selbst, aber werde Gott immer ähnlicher.

Geh mit Gott, folge Jesus nach, wandle in seinem Geist,
damit die Welt wärmer, friedlicher und heller wird,
dank Gottes Hilfe und dank dir. Amen.

Ilona Anderegg, 27.09.2017

Buch, Buchhandlungen und die Frage: „Wie können wir Christen einladend sein?“

Wenn man Bücher schreibt, muss man auch dafür sorgen, dass bekannt wird, dass es sie gibt. Daher bin ich mit Leseprobe, Flyer und Buch losgezogen, um mein Buch in den Buchhandlungen vorzustellen.

Es kostete mich Überwindung, aber trotzdem ging ich frohen Mutes in den ersten Buchladen. Ich stellte mich der Buchhändlerin vor und zeigte ihr mein Buch. Sie schaute nur kurz auf die Rückseite und sagte „Aha, bei epubli veröffentlicht, das ist gut, das ist dann normal bestellbar“, legte das Buch zur Seite und redete von Zahlen, Kosten, Umsätzen, Gewinnen und davon, wie viele Bücher pro Jahr auf den Markt kämen und, und, und. Außerdem würden Kunden, die christliche Bücher suchen, nicht zu ihnen kommen (obwohl sie eine Ecke haben, wo es christliche Literatur gibt). Kurz und knapp: Sie schaute sich die Leseprobe nicht an, schaute nicht ins Buch, las auch nicht die Beschreibung auf der Rückseite und der Flyer war ebenfalls uninteressant. Fazit: Ich bin wieder gegangen und habe alles wieder mitgenommen. Schade, dass es in diesem Buchladen nur um Zahlen geht und man mir als Kundin und regionale Autorin keine Chance gibt.

Dann bin ich in eine weitere Buchhandlung gegangen. Die Chefs waren nicht anwesend, aber eine sehr freundliche Mitarbeiterin. Sie nahm die Leseprobe und den Flyer entgegen, schaute sich das Buch an und sagte mir, dass sie ihre Chefs informieren würde. Ich solle bei Gelegenheit einfach noch einmal reinschauen und auch mal selbst mit den Chefs reden. Das war für mich sehr erfreulich.

Jetzt gab es noch eine weitere Buchhandlung, eine christliche, aber dort war ich das letzte Mal drin, bevor ich in die Schweiz gezogen bin. Aber mir gefiel es dort nicht, es war irgendwie komisch (ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll). Ich zögerte, soll ich dort hingehen oder besser nicht? Da ich aber mein Buch bekannt machen möchte, war ich mutig. Ich schaute durchs Fenster in den Laden und sah zwei Frauen hinter einer Theke und einem Tisch. Ich öffnete die Tür und ging hinein. Ich fragte, ob ich ihnen mein neues Buch vorstellen darf.  Die Frau hinter der Theke schaute mich an und fragte: „Sind sie wiedergeborener Christ?“ dabei schaute sie mich sehr intensiv an. Ich war etwas perplex. „Ja“, sagte ich. Es dauerte nur ein paar Sekunden da kam die nächste Frage: „Haben sie eine lebendige Beziehung mit unserem Herrn?“ Ach du je, was für Fragen und die kamen wie aus der Pistole geschossen und ich hatte noch überhaupt keine Gelegenheit mein Buch vorzustellen. „Ja, das habe ich“, antwortete ich. Und schon kam die nächste Frage: „Sind sie auf unseren Herrn getauft?“ Auch hier konnte ich mit „Ja“ antworten. Aber nun wurde es mir doch ein bisschen zu viel. Wo war ich da bloß „gelandet“. Nichts gegen Fragen zum Glauben, auch nicht über meinen persönlichen Glauben, aber so? Nein, das gefiel mir gar nicht und so erzählte ich kurz etwas darüber, wie ich zum Glauben kam, dass mir Jesus erschienen sei und zu meinem ersten Buch, wo ich das alles beschrieben habe und dann noch etwas zum zweiten Buch (mein drittes stand erst kurz vor der Veröffentlichung), legte die Flyer hin und sagte, dass die Bücher normal bestellbar seien, drehte mich um, wünschte noch einen schönen Tag und verließ umgehend den Laden. Ach du je, was war das denn?

Ich habe mich gefragt, wie es einem Menschen, der noch nicht „richtig“ gläubig und auf der Suche nach Jesus Christus ist, damit gehen würde. Als ich mit dem Christentum noch nichts anfangen konnte, hätte mich diese Begegnung noch weiter weg vom Christentum gebracht. Muss ich erst bestimmte Dinge tun, bestimmte Dinge erlebt haben und erleben, damit ich Christ bin? Geht es um Leistungen?

Wer sind die Menschen, die in diesem Buchladen kaufen? Ich als gläubige und bekennende Christin würde dort nicht einkaufen. Mich hat es in gewissem Maße geschockt, wie die Frau mit mir umgegangen ist. Ob diese Art nicht auch andere Menschen verschreckt? Als ich noch nichts mit dem Christentum anfangen konnte, empfand ich Christen immer so „schleimig“, sie redeten immer so süßlich und liebevoll und taten so lieb und nett, und doch war das Verhalten dann nicht so, wie sie es zuerst zeigten. Ich wollte mit ihnen nichts zu tun haben. In dieser Buchhandlung waren die Frauen nicht lieblich und süß, sondern direkt und fast erschlagend. Sie gaben mir das Gefühl, wenn ich ihre Fragen nicht bejahen kann, dann bin ich nicht in Ordnung, dann stimmt etwas mit mir nicht. Wie wirken diese Fragen wohl auf andere Menschen, war das nur für mich so seltsam?

So wie es in der Kirche vieles gibt, was ganz und gar nicht einladend ist, so war es das für mich in diesem Buchladen auch nicht. Wäre ich nicht schon gläubige Christin, würde ich es nach dieser Begegnung nicht werden. Das Christentum sollte einladend sein. Aber viele Christen schrecken eher ab, statt dass sie einladen.

Mich lässt dies wieder fragen, wie können Christen einladend sein? Wie können und müssen wir Menschen begegnen, damit sie Interesse am Christentum entwickeln und sie sich Gott gegenüber öffnen können? Wir sollten uns überlegen, wie wir sprechen und handeln.

Meine Buchvorstellungstour ging dann noch weiter. Die Klosterschwester in einem anderen Buchladen bestellte mein Buch noch während ich dort war und zeigte echtes Interesse und auch die Flyer von diesem Buch und auch von meinem ersten Buch durfte ich dort lassen. Halleluja 🙂

Und damit beließ ich es an diesem Tag mit dem Werbung machen. Meine Gefühle waren sehr durchmischt. Von Enttäuschung über Freude und einem gewissen „Schock“ war alles dabei. Was mir Gott damit wohl sagen will?

Still, leise und unauffällig

Still, leise und unauffällig. So begann eine große Geschichte, so begann sogar die größte und wichtigste Geschichte für uns Menschen.

Im Dunkeln, im Einsamen, in einem Stall. Das war der Ort, an dem es sich zutrug.

Die Ankündigung erging nicht an Oberhäupter, nicht an Gelehrte, sondern an einfache Menschen.

Es geschah nicht schriftlich, nicht durch große Ankündigungen, sondern nur für bestimmte Menschen wahrnehmbar.

Hirten waren es, die die Stimme hörten, die von der frohen Botschaft sprach. Engel waren es, die es ihnen verkündeten. Und die Hirten glaubten den Engeln und machten sich auf den Weg. Und sie fanden alles genau so vor, wie ihnen die Engel gesagt hatten.

Wie würde es uns heute ergehen?

Stellen Sie sich vor, sie wären im Dunkeln zu Fuß unterwegs und auf einmal hören Sie eine Stimme, die zu Ihnen spricht. Sie sehen sich um, können aber keinen Menschen sehen. Auch von Ihrem Handy ist die Nachricht nicht gekommen. Gerade als Sie sich denken, dass Sie sich das alles nur eingebildet haben, werden Sie erneut angesprochen und Sie merken, die Stimme kommt von oben. Egal, ob Sie nun etwas sehen oder nicht, Sie hören diese Stimme und sie ist laut und eindeutig. Sie sagt Ihnen, dass Sie sich auf den Weg zu einem genau beschriebenen Ort machen sollen, um dort eine besondere Situation vorzufinden. Sie sagt Ihnen, dass dort der Retter der Welt zu finden sein wird und es sehr wichtig für die Menschheit sei, dass Sie sich dort hinbegeben. Was würden Sie tun?

Würden Sie sich auf den Weg machen? Oder würden Sie schnellstens die dunkle Gegend verlassen? Oder würden Sie an Ihrem Geisteszustand zweifeln und darüber schweigen?

In unserer heutigen Zeit, wo häufig nur noch das geglaubt wird, was man selbst gesehen hat oder einem die Wissenschaft sagt, würde man an Stimmen aus dem Himmel wohl eher nicht glauben. Doch das ist tragisch. Denn auch heute ist Gott noch erfahrbar und auch hörbar. Und auch Engel, also Boten von Gott gibt es heute noch. Daher ist es wichtig, sensibel zu werden für die leisen und unauffälligen Dinge, die um uns herum geschehen und für die Stimme, die uns öfter erreichen und uns auf unserem Weg hilfreich zur Seite stehen will und sich öffnen für Gott, für Ihn ansprechbar sein, auf seine Signale oder Boten achten, die manchmal unverhofft, still und leise zu uns kommen und nicht gleich zweifeln, nur weil es nicht ins heutige Weltbild passt.

Gut, dass die Hirten nicht gezweifelt haben, als sie die Stimme des Engels hörten. Gut, dass sie sich auf den Weg gemacht haben, um Jesus, unseren Retter zu finden. Ihn, der still, leise und unauffällig in einem Stall zur Welt kam, in einer Krippe lag und auf uns wartete und wartet. An ihn sollen wir an Weihnachten denken, ihn beschenken, so wie es auch damals die Weisen aus dem Morgenland taten. Sie brachten ihm die teuersten Geschenke: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und wir? Was sollen wir ihm kostbares schenken?

Jesus möchte kein Gold von uns, auch kein Geld. Das, was er sich von uns wünscht, ist, dass wir uns selbst ihm schenken. Dass wir uns ganz hingeben an IHN, an IHN, der uns retten und auf den rechten Weg leiten will. Auf den Weg zu unserem himmlischen Vater, auf den Weg zu Gott.

Jesus ist es, durch den das Licht in die Welt kam, damit wir nicht im Dunkeln sitzen. Sein Licht ist es, das unsere innere Finsternis vertreibt und in uns einen tiefen Frieden einziehen lässt. Erinnern wir uns daran, wenn wir an Weihnachten durch hell erleuchtete Straßen laufen oder in geschmückten Räumen sind. Jesus kam auf die Erde, um uns zu retten. Er weist uns den rechten Weg, hören wir auf seine Stimme, folgen wir ihm nach. Amen.

Ilona Anderegg, Weihnachten 2016

Gastfreundschaft

Gestern (Sonntag) fuhr ich mit meinem Mann zu einer uns unbekannten Kirche in der Nähe unseres Wohnortes. Wir wollten diese besichtigen.

Als wir dort ankamen, bemerkten wir durch die leicht offen stehende Tür, dass sich noch einige Personen im Eingangsbereich der Kirche aufhielten. Zuerst zögerten wir kurz, aber dann gingen wir auf die Kirche zu. Es war kurz nach zwölf Uhr mittags, daher konnte es sich nicht mehr um einen Gottesdienst handeln, wir würden also nicht stören. Als wir näher kamen, sahen wir, dass es sich um einen Kirchenkaffee (also den Kaffee nach dem Gottesdienst) handelte, den es in einige Gemeinden gibt. Wir gingen zur Tür und traten ein. Die Menschen sahen uns an und ließen uns wortlos durch, so dass wir den Kirchenraum betreten konnten.

Es war eine sehr interessante Kirche und obwohl sie einmal zerstört worden war, gab es noch eine alte, schöne Wandmalerei. Auch die Atmosphäre gefiel mir sehr gut. Wir gingen durch die Kirche, blieben immer wieder stehen und schauten uns um. Dabei wurden wir von den unterschiedlichen Menschen beobachtet, die sich dort an verschiedenen Orten aufhielten. Wir standen sogar einmal direkt neben ein paar von ihnen, so dicht, dass wir ihre Gespräche hören konnten. Aber außer uns seltsam anzuschauen, geschah nichts. Dabei hatte ich gehört, dass diese Kirchgemeinde sehr lebendig und einladend sei. Ich fühlte mich allerdings nicht eingeladen, sondern eher wie ein Sonderling, mit dem man nichts anfangen kann, wo man sich fragt, wie es sein kann, dass sich ein Mensch einfach so in der Kirche umschaut, einfach so in „ihrem“ Gebäude herumgeht?

Ich hätte mich sehr über ein „Guten Tag“ oder ein „Hallo“ gefreut. Oder auch über ein paar Infos über das Kirchengebäude und/oder über eine Einladung zum nächsten Gottesdienst oder zu einer anderen Veranstaltung ihrer Gemeinde. Von der Freude über eine Einladung zu einer Tasse Kaffee will ich hier ja gar nicht schreiben.

Und wieder ist sie da, meine übliche Frage: „Wo bleibt die Gastfreundschaft?“ Und wo sind die Menschen, die andere Menschen zu Jesus führen möchten? Wo sind die gläubigen Menschen, die dafür brennen, die frohe Botschaft weiterzugeben? Warum bleibt man lieber untereinander und redet weiter und „wirft“ uns nur komische Blicke zu, statt einen Fremden als Chance zu sehen?

In der Kirche wird über Gastfreundschaft geredet und gepredigt. Doch es bleibt bei Worten, statt bei Taten.

Jesus sprach: „Ich war fremd und ihr habt mich bei euch aufgenommen“ (Mt, 25,35b) Würde Jesus heute noch aufgenommen?

Gott, Gottesdienst und Glaube

Gott, wo sind die Menschen die dich lieben,
und deine Botschaft verkünden?

Gott, wo sind die Menschen, die dich in den Mittelpunkt stellen
und nicht sich selbst?

Warum sind Gottesdienste Orte, wo die Pfarrpersonen sich selbst gerne verherrlichen, sich selbst feiern und feiern lassen?

Warum sind Gottesdienste oft nur noch Vortragsveranstaltungen?

Wo bleibt der lebendige Glauben? Wo die spürbare Begeisterung für Gott? Wo das Feuer für Jesus Christus und die Liebe zu IHM?

Ich vermisse in den Kirchen die „Frohe Botschaft“. Ich vermisse in den Kirchen die Gemeinschaft, das Einladende, das miteinander auf dem Weg sein.

Stattdessen fühle ich mich in einem Gottesdienst einsam, nicht beachtet, wie ein ungebetener Gast, um den man sich nicht kümmert, der aber doch irgendwie auffällt, weil man ihn nicht kennt, den man aber auch nicht kennenlernen möchte.

Ein Gottesdienst scheint heute irgendwie ein Art Vortrag zu sein. Es wird sachlich, distanziert und in einem pastoralen Ton gesprochen, also in einer Art und Weise, wie man es niemals miteinander tut. Es ist kein normaler Umgangston, aber auch kein feierliches Sprechen. Es ist mehr ein schwulstiger Singsang, mit einem lieblichen Unterton.

Häufig wird in Predigten darauf hingewiesen, was die Wissenschaft herausgefunden hat, was alles nicht so ist wie man meint, was man nicht so genau nehmen muss, was alles falsch verstanden wird …, statt dass man darüber spricht, was in der Bibel steht, was Jesus sagt, was uns das Wort Gottes gibt oder besser geben möchte. Das Gute, das Frohmachende, das Heilmachende verkünden, das sagen, was uns persönlich betrifft, was uns im Herzen berührt, was uns im Alltag weiterhilft.

Es wird sich im Christentum generell viel zu viel entschuldigt und das nicht nur auf der Kanzel. Da schnell noch ein Kreuz von der Wand nehmen, Kreuze an Halsketten verbieten, dort einen christlichen Begriff abändern, es könnte sich ja jemand daran „stossen“. Es könnte Menschen, die sich nicht als Christen bezeichnen stören oder sie beleidigen. Aber hallo!!! Wir Christen sollen uns stark machen für unseren Glauben und ihn nicht verleugnen.

Jesus spricht: „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“ (Mt 10,32-33)

Also stehen wir zu unserem Glauben, stehen wir zu Jesus Christus. Bekennen wir, dass ER der Herr ist.

In die Kirchen gehört eine Kultur des Willkommens. Fremde sollen begrüsst werden, und sollen als Freunde wieder durch die Kirchentüre gehen.

Gemeinde hat mit Gemeinschaft zu tun. Schließlich gibt es etwas, was uns vereint und uns zu einer Gemeinschaft macht und das ist Jesus. Jesus ist unser Zentrum.

Ich möchte Gottesdienste besuchen, in denen Gott gefeiert wird. In denen ich merke, dass es um mehr geht als nur um einen theologischen Vortrag. Ich möchte Pfarrpersonen erleben, die selbst be-geist-ert sind von Gott, die also vom Geist Gottes berührt wurden, die aus Überzeugung die Frohe Botschaft weitergeben. Denen es eine Herzensangelegenheit ist, Gottes Wort weiterzugeben.

Ich möchte berührt werden, ich möchte dass die Botschaft in mein Herz dringt. Es soll tiefer gehen, als nur in meinen Kopf. Es darf nicht nur beim Darübernachdenken bleiben, ich muss es fühlen können, es muss etwas in mir bewegt werden, es muss etwas in mir auslösen, etwas in mir zum vibrieren bringen. Es muss Auswirkungen haben in meinem Alltag, in meinem Verhalten, in meinem Tun, in meinem Leben.

Meist weiss ich nach Ende des Gottesdienstes nicht mehr, was in der Predigt gesagt wurde. Oft liegt es am Tonfall oder am Thema welches nicht mit mir persönlich zu tun hat und ich es daher nicht in mein Leben integrieren kann oder die Predigt ist viel zu lang und es fehlt der „rote Faden“.

Gott, ich wünsche mir so sehr, dass die Menschen auf der Kanzel wieder entflammt sind von dir. Dass sie deine Liebe wieder spüren, dass sie merken, dass das Halten eines Gottesdienstes nicht einfach ein Job ist, sondern etwas Besonderes, etwas Kostbares, Lebensveränderndes und Wichtiges. Dass es um mehr geht, als um ein paar Worte, dass es um deine Worte und deine Botschaft geht. Deine Botschaft an uns.

Gott, ich wünsche mir, dass Kirchgemeinden einladend sind, so dass man gerne wiederkommt. Ich wünsche mir ein Miteinander, fröhliche Gesichter, erfüllte Blicke.

Gott, ich möchte dich wieder in den Gottesdiensten spüren können. Bitte entzünde unsere Herzen mit deiner Liebe und sende uns deinen Heiligen Geist. Stärke unseren Glauben, damit wir uns immer zu Jesus Christus bekennen können. Gott sei immer mit uns auf unseren Wegen. Danke für deine Liebe.

Öffne mich

Gott, öffne meine Augen,
damit ich dich sehen kann.

Gott, öffne meine Ohren,
damit ich deine Worte hören kann.

Gott, bitte mach mein Herz ganz weit,
damit ich deine unendliche Liebe aufnehmen kann.

Herr, lass mich eine leere Schale sein,
damit ich dich in deiner ganzen Pracht aufnehmen kann
und nicht ein einziger Tropfen von deiner Herrlichkeit verloren geht.
Amen.

 

(Aus meinem Buch: „Entflammt bin ich durch Gottes Liebe. Wie mystische Erlebnisse mein Leben veränderten“
ISBN: 978-3-95645-125-6)

Buchprojekt

Und wieder heißt es warten…

In den letzten Wochen oder eher Monaten habe ich an meinem neuen Buchprojekt gearbeitet.

Nun liegt mein Exposé bei ein paar christlichen Verlagen und ich bin gespannt, ob es sich umsetzen lässt.

Die Chance ein Buch bei einem Verlag unter zu bekommen, sind ja leider nicht so groß, da es sehr viele Buchprojekte gibt.

Aber es nicht zu versuchen, ist der falsche Weg. Denn dann ist die Chance gleich null.
Nur wenn man wagt, kann man gewinnen.

Und wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Und ich habe Hoffnung. 🙂